Da wir am nächsten Tag (Mittwoch, 18.04.) erst gegen 12 Uhr auf dem Campingplatz „einchecken“ konnten, waren wir die Letzten auf dem Parkplatz und fuhren erst am späten Vormittag los.

Der Vorteil wenn die Mädels neben Dir beschließen, dass die Nacht um 6 vorbei ist: dieser Sonnenaufgang!

Landschaft auf dem Weg nach Exmouth

Aufgrund der Ferien (ja, ich wiederhole mich, aber es zieht sich leider durch) war an einem der Highlights unserer Routenplanung, dem Ningaloo Reef im Cape Range Nationalpark zwischen Coral Bay und Exmouth, auf keinem Campingplatz mehr etwas zu bekommen. Und was wir uns eigentlich vorgestellt hatten, ein bis zwei Nächte direkt am Strand campen, morgens den Kofferraum aufmachen und aus dem Bett das Meer rauschen sehen, daran war schon gar nicht zu denken. So hatten wir uns, in guter Erinnerung an unsere Zeit an der Great Ocean Road , zwei Nächte (die wir dann auf vier ausweiteten) auf der „Bullara Station“ eingebucht. Eine Familie, die nicht nur eine operierende Rinderfarm führen, sondern nebenbei auch noch einen Campingplatz.

Unsere allabendliche Duschroutine


Hier war es sehr staubig, sehr heiß und trocken (38 Grad bei unserem Aufenthalt und über ein Jahr kein richtiger Regen), aber auch sehr nett. Das gesamte Gelände war liebevoll dekoriert mit allerlei Rostigem, was auf einer Farm so anfällt. Es gab Open-Air Duschen, in denen man wunderbar unter dem üppigen Sternenhimmel des Outbacks duschen konnte (was wir auch jeden Abend gemacht haben). Es gab den wunderbar netten Macca, mit dem wir viele gute Gespräche hatten und jeden Abend um 17 Uhr eine Happy Hour am Lagerfeuer, „Damper“ (Buschbrot) inklusive. Außerdem war der Sternenhimmel so phantastisch und der Mond gerade perfekt, so dass ich mich das erste Mal im Fotografieren des Sternenhimmels probieren konnte.

Southern Cross


Am Donnerstag (19.04.) fuhren wir die knappe Stunde nach Coral Bay. Wir hatten uns extra Schnorchelausrüstung gekauft, das Ningaloo Reef sollte schöner sein als das Great Barrier Reef und dazu noch direkt vom Strand aus erreichbar, die Erwartungen waren also hoch.
Die Realität entsprach diesmal leider nicht ganz. Der Strand war an der breitesten Stelle keine drei Meter breit, oftmals nur maximal einen Meter und auf dieser Sandfläche schien sich mindestens halb Westaustralien zu versammeln → Sardinen in der Büchse.
Auch das Schnorcheln war leider recht ernüchternd, das Wasser ziemlich trüb, die Korallen und tolle, bunte Fische zwar zahlreich vorhanden, aber sehr weit unten. Und so machten wir uns schneller als geplant und etwas ernüchtert an die Rückfahrt.


Den folgenden Tag verbrachten wir, aus Mangel an erreichbaren Alternativen, auf dem Campingplatz und grübelten, wie wir die verbleibende Woche ab Sonntag gestalten sollten. Aufgrund der Temperaturen und Trockenheit, (38 Grad bei 10% Luftfeuchtigkeit, uns ist – ohne Übertreibung – die Butter in der Pfanne geschmolzen bevor wir den Herd auch nur angemacht haben) haben wir uns schweren Herzens letztendlich dann doch gegen unseren vor dem Roadtrip gefassten Plan entschieden, noch weiter bis zum Karijini Nationalpark zu fahren. Dort sollte es nochmal heißer sein und wir wollten ja zum Wandern dorthin. Außerdem waren es läppische 550 km und 7 Stunden Fahrt Richtung Westen, die wir bis dort noch hätten zurücklegen müssen.
Wir beschlossen stattdessen auf dem Rückweg in Richtung Süden nochmal in Kalbarri halt zu machen. Dort hatte es uns ja sehr gut gefallen und im Nationalpark gab es auf jeden Fall noch mehr zu entdecken. Von dort würden wir dann noch weiter in den Süden, um uns in der Weinregion um Margaret River nochmal einen Eindruck vom Süden WA zu verschaffen. Außerdem hatten wir damals in Melbourne Karen, der Mutter eines guten Freundes der Kings, versprechen müssen sie in Mandurah, einer Stadt südlich von Perth, zu besuchen. Auch dies würden wir dann gut in unseren Trip einbinden können.
Ansonsten haben wir an diesem Freitag nicht mehr viel gemacht, außer die beiden Walking Tracks der Farm zu gehen, uns nett mit Macca zu unterhalten und vor uns hinzuschmelzen.

Besuch in der Buschküche

“Windmill Walk”

Im Hintergrund unser Camper

“Bottle Walk” zum Sunset Hill

Das erst drei Tage alte Lamm und seine Mama

Unser letzter Tag im hohen Norden (Sonntag, 21.04.) verbrachten wir im Cape Range Nationalpark, wir hatten uns doch extra Schnorchel gekauft und wollten das so hochgelobte Ningaloo Reef noch nicht ganz aufgeben. Da wir hierzu leider einmal komplett nach Exmouth und dann „von oben“ in den Park einfahren mussten, bedeutete dies für uns erst mal 2 Stunden Fahrt.

‘Big Prawn’ in Exmouth

Empfohlen wurden uns zwei Schnorchelspots und wir fuhren als erstes die „Oyster Stacks“ an. Hier sind die Korallen so dicht unter der Wasseroberfläche, dass man nur bei Flut schwimmen und schnorcheln durfte, was leider auch mit sich bringt, dass das Wasser recht aufgewirbelt und trüb ist.
Trotzdem gingen wir insgesamt drei Mal ins Wasser und sahen Unmengen an tollen, bunten, großen und kleinen Fischen, Seesterne und verschiedenste Korallen.
Am frühen Nachmittag überlegten wir, ob wir bei den ‘Oyster Stacks’ noch einen dritten Schnorchelgang machen sollten, oder zur ‘Turquoise Bay’ wechseln, die uns ebenfalls empfohlen wurde. Wir entschieden uns für einen dritten Gang vor Ort und dort passierte dann das absolute Highlight. Aus dem trüben Nichts tauchte neben mir plötzlich eine Meeresschildkröte auf, ungefähr halb so groß wie ich. Und diese fand uns mindestens so interessant, wie wir sie, blieb sie doch aktiv immer in unserer Nähe, selbst als wir gegen die Strömung etwas von ihr weg schwammen. Leider haben wir hiervon keine Bilder, aber diese gemeinsamen Minuten waren so speziell und schön, es ist für uns beide ein absolutes Highlight dieser Reise.

Cape Range Nationalpark

‘Oyster Stacks’


Zum Abschluss hielten wir noch kurz an der ‘Turqouise Bay’ und am ‘Vlaming Head Lighthouse’, bevor wir uns an die knapp zweistündige Rückfahrt machten.

‘Turquoise Bay’


Am nächsten Morgen ging es für uns an die Weiterreise und wieder zurück in den Süden, wir waren uns aber beide einig, im Cape Range Nationalpark hätten wir gerne noch 1 oder 2 Tage mehr verbracht.