Auch den nächsten Tag verbrachten wir größtenteils im Auto, es mussten nochmal knappe 550 km bis nach Margaret River bewältigt werden.

Campground


Die Strecke zog sich ganz schön, aber irgendwann am frühen Abend kamen wir dann endlich an. Es war recht kalt und ungemütlich, der Campingplatz an sich ganz nett, aber etwas veraltet (genauso wie das Publikum) und so verzogen wir uns schnell in unseren Camper.

Sonnenaufgang in Margaret River

Wir hatten für den restlichen Roadtrip nicht mehr viel auf dem Plan und leider war das Wetter am Donnerstag (26.04.) auch eher durchwachsen. So fuhren wir zwar nach Hamelin Bay, wo große Rochen so neugierig auf Menschen sind, dass sie einem über die Füße schwimmen, hatten hier jedoch kein Glück und sahen kein einziges Exemplar. Wir konnten aber durchaus erahnen wie schön die Region um Margaret River bei Sonnenschein sein muss.


Das Wetter wurde eher schlechter als besser und so machten wir zwar noch halt beim „Eagles Heritage“ und schauten uns an, wie zahlreiche Kinder eine Schleiereule auf den Arm nehmen durften und Raubvögel in recht alten Volieren lebten, so richtig klasse war das aber auch nicht. Den Rest des Tages kuschelten wir uns, zurück auf dem Campingplatz, in unseren Camper und machten es uns dort gemütlich.

Der imposante Wedge-tailed Eagle (Keilschwanzadler) – den hatten wir an der GOR in freier Wildbahn erleben dürfen


Freitag.. in einer Woche werden wir in Deutschland landen, schwer zu fassen. Um bei diesem Gedanken nicht allzu traurig zu werden, lenkten wir uns mit einer Weintour ab, die wir am Vortag gebucht hatten. Von kurz vor elf bis ungefähr halb sechs haben wir mehr gesehen, als uns vielleicht lieb war. Weingut Nr. 1 inkl Lunch, Weingut Nr. 2, Wildfarm zur Fleisch- und Wurstproduktion, Weingut Nr. 3 inkl. Nougatverkostung, Schokoladenmanufaktur, Käserei und zum Abschluss Mikrobrauerei und Schnapsbrennerei – uff..
Ja, es war so viel wie es sich anhört und hatte nicht viel mit einer entspannten Weinprobe und ausreichend Zeit für das Probieren der einzelnen Weine, wie wir es uns vorgestellt hatten, zu tun. Trotzdem war es eine lustige Truppe und ein netter Tag.
So erfuhren wir zumindest ganz am Anfang ein paar interessante Fakten zur Weinregion Margaret River: Das gesamte Weinanbaugebiet ist mit ca. 50 Jahren noch sehr jung und beherbergt aktuell 197 „Cellar Doors“. Der hier produzierte Wein macht nur 3% aller australischen Weine aus, jedoch 25% im Premium-Weinsegment. Insbesondere werden Chardonnay und Cabernet Sauvignon angebaut. Wir besuchten die Weingüter „Watershed“, „Jarvis Estate“ und „Bettenay’s“. Um ehrlich zu sein haben die Weine uns insgesamt nicht vom Hocker gehauen. Die Weißen waren vielfach, wie schon in Südafrika, „oaked“, somit für mich schon mal gar nichts, die Roten zumeist ganz nett, aber wahrlich nichts spektakuläres.

“Watershed”

“Jarvis Estate”

“Bettenay’s”

Schokoladenfabrik

Käserei

“The Grove Distillery”

Ein (für meinen Geschmack) zu lustiges Duo..


Das eigentliche Highlight des Ausflugs war aber der glückliche Umstand, dass Jan und Jana, ein einjährig flitterndes Pärchen aus Hamburg, die zufällig auch auf unserem Campingplatz standen, auch an der Tour teilgenommen haben. Kamen wir während der Tour schon nicht aus dem Plaudern raus, so wurde das Abends in der Campingküche noch fortgesetzt – und dies bis buchstäblich „die Lichter (in der Campingküche) ausgingen“.