“Malaysia? Wolltet ihr doch gar nicht hin, oder?” Stimmt! Aber da wir auf dem Weg nach Indonesien fast immer einen Stopp in Kuala Lumpur gehabt hätten und Städte einfach sehr gerne mögen, haben wir uns entschieden einen etwas längeren Stopover einzulegen und uns drei volle Tage in KL zu gönnen. Vom 13. bis zum 17. 02. sind wir nun also in Kuala Lumpur, Malaysia.

Kuala Lumpur ist die Haupstadt Malaysias und hat mittlerweile ca. 2 Millionen Einwohner. Sie ist eine pulsierende Metropole und als sehr besonders gilt das friedliche Miteinander vielerlei Kulturen und Religionen.

Und hier haben wir genau das, was wir uns erhofft haben und was wir mögen. Wir lassen uns durch eine Großstadt treiben, die so ganz anders ist als Hanoi oder Saigon. Ein sehr attraktiver Mix aus alt und sehr modern, gepaart mit Bauwerken der einzelnen Religionen prägen das Stadtbild. Die Infrastruktur ist erstaunlich gut und es gibt vier kostenlose Buslinien, die den gesamten Innenstadtbereich abdecken und die wir ausgiebig genutzt haben. In diesen Bussen gibt es sogar kostenloses WLAN, verrückt. Es gibt 7/11 Supermärkte an jeder Ecke und handeln ist beim Taxi fahren ausdrücklich verboten, traumhaft. Über Skywalks und Unterführungen kommt man problemlos als Fußgänger überall hin. Und, die Leute sind freundlich und können sehr gut Englisch. Wir haben schon am ersten Nachmittag das Gefühl alles richtig gemacht zu haben.
Aber das Klima in Kuala Lumpur ist tropisch, daran müssen wir uns erst ein bisschen gewöhnen, gerade am Nachmittag ist es unwahrscheinlich heiß. Wir haben uns für unsere Zeit hier nicht viel vorgenommen und so machen wir auch nicht viel.

Straßen in Chinatown – außerhalb der Petaling Street (siehe unten)

Der ‘Central Market’, 1928 erbaut und der etwas weniger schrottige Tourimarkt

Die Straßen um den Central Market

Sultan Abdul Samad Jamek Mosque, erbaut in 1909


Sultan Abdul Samad Building – schön von außen, leider unklar was genau es beherbergt – und ein lila GOKL Bus, der kostenfreie Nahtransport

Der ‘Merdeka Square’ – Unabhängigkeitsplatz – direkt gegenüber mit einem 100 m hohen Fahnenmast




Und natürlich haben wir uns die berühmten ‘Petronas Towers’, die 452 m hohen Zwillingstürme, angeschaut, die (allerdings sehr umstritten) von der Fertigstellung 1998 bis 2004 als höchste Gebäude der Welt galten. Uns beiden gefallen die Türme richtig gut und erinnern uns, vermutlich aufgrund der Materialität, ein wenig an das Chrysler Building in NYC.







An einem Abend waren wir in der womöglich coolsten Rooftop-Bar der Welt – ein Helipad, das am Tage auch noch als solches genutzt wird. Die Sicht und entspannte Atmosphäre hier oben waren einfach nur klasse und wir hatten einen herrlichen Abend.








Gewohnt haben wir im Chinatown von Kuala Lumpur und da am 16. Februar das neue Jahr des Mondkalenders (Chinese New Year) beginnt, waren hier schon im Vorfeld alle ziemlich aus dem Häuschen. Die Straßen, Läden und die vielen Shopping Malls waren herrlich in rot und gelb geschmückt.

Allgegenwärtig am “Chinese New Year”: Mandarinen



Bei uns im Hotel sollte es am 16. auch eine “Yee Sang Session” geben. Dies ist ein spezieller Salat aus eingelegtem Gemüse und allerlei anderem Kram, den dann alle gemeinsam mit ihren Stäbchen durchmischen, die Zutaten dabei möglichst hoch in die Luft werden und sich dabei etwas wünschen. Da wir im Hotel auch eine schöne Dachterrasse mit super Blick hatten, planten wir am 16. gar nichts zu machen und einfach auf uns wirken zu lassen, was auch immer passieren mochte.
Tatsächlich passierte aber leider so gar nichts. Auch die “Yee Sang Session”, obwohl sogar auf einem Aushang angekündigt, fand nicht statt, keine Paraden, keine Löwen- und Drachentänze, eigentlich alles ganz normal.

Unser Hotel

Blick von der Dachterrasse

Petaling Street – zwei zentrale, sich kreuzende Straßen und ein Tourimarkt wie er im Buche steht; hier haben wir auch gewohnt

Unser Hotel von außen

Also entschieden wir uns den Batu Caves einen Besuch abzustatten. Dies sind Kalksteinhöhlen, die enorme Ausmaße haben – die größte ist 100 m hoch – und mehrere Hindu-Tempel beherbergen. 272 recht steile Stufen galt es zu erklimmen, überwacht von einer 43 m hohen Statue Skandas – स्कन्द – / Murugans – முருகன் -, dem Sohn Shivas, die allerdings erst im Jahre 2006 fertiggestellt wurde.
Was eigentlich nur ein recht kurzer Ausflug werden sollte, dauerte aufgrund von Baumaßnahmen im Zugverkehr, nun gute sechs Stunden. Immerhin kennen wir jetzt aber viele Haltestellen und einige der zahlreichen Zugsysteme in Kuala Lumpur.
Da “Chinese New Year” ein Feiertag ist, waren die Straßen unwahrscheinlich voll, zu unserer Verwunderung allerdings fast ausschließlich Männer. Ob dies eventuell etwas damit zutun haben könnte, dass die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch ist, konnten wir nicht wirklich erschließen.







Das war nach den 272 Stufen hoch und wieder runter 😉

Am nächsten Morgen, unserem Abreisetag, gab es dann tatsächlich noch die “Yee Sang Session”, etwas lieblos und ein recht kurzes Vergnügen, aber durchaus lustig.